KARTOFFELSTORY
Über eine etwas andere Visitenkarte

Out of the vegetables box thinking

Text: Matea Acimovic, Korrektorat: Dr. Karin Gilmore, Textsupport: Renate Jantschitsch, Art Direction: Lisa Taurer

 

Als die Frage „Wage ich den Schritt in die Selbstständigkeit?“ ganz zu Beginn aufkam, schaute sich Matea spätnachts wie so oft „Shark Tank“ an – eine Sendung, in der Entrepreneure ihre Ideen vor Investoren vorstellen und versuchen, diese für sich zu gewinnen. In dem folgenden Beitrag, der zu diesem inspiriert hat, kamen zwei Jungs als Kartoffeln verkleidet in den Raum. Ihre Idee: Sie schreiben mit Filzstift Botschaften auf Kartoffeln und verschicken sie dann an Menschen. Klingt absurd? Ist es eigentlich auch. Das Video dazu seht Ihr hier.

Let’s get started!

Nach der Sendung hatte Matea folgende Erkenntnis: Warum sollte man immer die klassischen Sachen machen, die jeder kennt, und mit dem Strom schwimmen? Warum nicht einfach mal alles anders? Also rief sie Lisa am nächsten Morgen an, teilte mit ihr das Video mit den Worten: „Wir brauchen Visitenkarten für das Forbes-Event in vier Tagen. Ich weiß, wir haben weder einen Firmennamen noch ein Logo oder eine Philosophie, geschweige denn wissen wir überhaupt, was wir tun wollen, aber lass uns einfach was Verrücktes machen.“ Das war genau am 16. November 2016, wo die Gründungsgeschichte der beiden begann. Lisa, beigeistert von der Idee, war sofort mit an Bord. Die beiden saßen drei Tage am Stück an der Umsetzung von etwas anderen Visitenkarten, die einfach Spaß machen, sie anzuschauen, aber auch an der Entwicklung ihres eigenen Brandings, und das in kürzester Zeit, um bei der Ehrung der Forbes Academy schon etwas herzeigen zu können. 

Tag und Nacht zeichneten sie, malten, bastelten, werkelten, brainstormten und fanden Freude daran, sich einfach ohne Grenzen austoben zu können. Genau zu diesem Zeitpunkt merkten sie auch, dass ihnen Freiraum und kreative Grenzenlosigkeit Spaß machen und dass das etwas ist, was sie für ihre gemeinsame Firma in der Zukunft ausleben möchten.

Das Täschchen mit Inhalt

Mit dem Lasercutter schnitten sie ihr Logo aus, sodass sie dieses in die Kartoffeln stecken konnten. Um sie aufzupeppen, bekamen diese noch einen passenden Farblook. Als es dann um die Überlegung ging, wie diese besonderen Visitenkarten zum Event transportiert werden sollen, beschlossen sie kurzerhand, aus Kunstleder kleine Taschen zu nähen und eine große, um die kleinen zu transportieren. Als i-Tüpfelchen gab es dann noch ein kleines Spiel für diejenigen, die eine der Visitenkarten bekamen, und schon war die „etwas andere Visitenkarte“ geboren.

Processed with VSCO with m5 presetProcessed with VSCO with m5 preset

Diese Visitenkarten haben uns überhaupt erst zum Kontakt von Barbara Duras von Forbes gebracht. Lustige Geschichte: Matea steht beim Forbes-Event draußen und raucht (ja, wir wissen, schlecht für die Gesundheit, aber wir bemühen uns auch immer, an unseren Lastern zu arbeiten). Da kommt eine Frau um die Ecke, ohne Jacke, in einem schönen kleinen Schwarzen, und fragt nach einer Zigarette. Matea gibt sie ihr mit den Worten: „Ist dir nicht kalt?“ Barbara: „Nein, nein, bin nur schnell rüber in die Redaktion was abholen und gleich wieder zurück.“ Matea: „Redaktion?“ Barbara: „Ja, ich bin Redakteurin bei Forbes.“ Sie zückt eine Visitenkarten und überreicht sie Matea.

„Ich wollte keine Tasche mitschleppen heute“, sagt diese grinsend. Matea lacht: „Also, dann wird dir meine Visitenkarte vielleicht sogar zusagen“, und packt die kleine Kunstledertasche aus. Barbara voll aus dem Häuschen holt aus verschiedenen Ecken ihres Kleides Handy und die üblichen Sachen raus, die Frau so braucht, und packt sie in das kleine Täschchen. So kamen die beiden ins Gespräch und daraus wurde auch unser toller Beitrag über Pressearbeit geboren, inklusive dem spontanen Videoformat – dank des Forbes-Academy Events in Wien.

Was wir gelernt haben? 

NICHT ZUHAUSE
NACHMACHEN!

Kartoffeln werden schlecht, zwar nicht so schnell wie anderes Gemüse, aber wenn man Löcher reinmacht (wie wir durch unsere Buchstaben), werden sie innerhalb von zwei Tagen schlecht und verpesten die Luft.

Unser erster Anruf ging daher an Barbara von Forbes mit den Worten: „Du, schmeiß mal lieber schnell die Kartoffel auf deinem Schreibtisch weg, sonst wird’s bald unangenehm riechen und ihr könnt das Büro räumen.